IN PLANUNG

Am Königsweg/ MACHT#1 widmet sich der Dualität von Herrscher und Masse. Eine Bestandsaufnahme. Ohne die Masse, das folgende Volk, ohne die lauwarme Menge, die doch so glühend den Worten des Mächtigen folgt, gibt es keinen Führer.

Am Königsweg/ MACHT#1 geht der These nach: ohne Masse, keine Macht.
Aber auch der Frage, was sind Menschen bereit hinter sich zu lassen, um zu dieser Masse dazuzugehören?
Welche Worte zünden den großen Marsch in die Folge-Gemeinschaft?
Welche Hoffnung wird geweckt, wenn die Richtung „Zurück“ heißt?
Ist der Mensch wirklich so überfordert mit einer indirekt-konstanten Öffentlichkeit?
Und was hat das alles zu tun mit der tiefsitzenden Furcht (des Menschen) vor Wirkungslosigkeit und Ohnmacht?
Unterwerfung, Wortgewandtheit, Blendung, Verheißung, Wiederholung - alles Zutaten für eine erfolgreiche Führerschaft über eine Masse an identitätshungrigen, endlich-nicht-mehr-orientierungslosen, wie-auch-immer-aufrechten neuen Bürger*innen.

Zwei Darstellerinnen, 32 Leinwände für Videoprojektionen und ein live Schlagzeuger bilden den Rahmen für die Auseinandersetzung mit dem wohl tagesaktuellsten und inzwischen omnipräsenten Thema MACHT.
Eine Schauspielerin und eine Tänzerin werden zu Allegorien des Führens und Folgens. Dabei werden Worte wesentlicher Bestandteil der Macht und Bewegung wesentlicher Bestandteil des Folgens sein. Oder müsste es umgekehrt sein?
Wer hat die Macht oder wer ist mächtig? Wie entsteht Macht? Warum lassen wir uns unterwerfen? Warum lieben wir die Masse?
Wir erforschen das System hinter Über- und Unterordnung, welche Eigenschaften zu dem jeweils einen oder anderen befähigen - und was man eigentlich davon hat.

Als ein Duett beginnend wird die Neuproduktion der the guts company zu einem Stück der Vielen und erhöht das Medium der Videoprojektion zum dritten Spielpartner.
Mit insgesamt 32 Leinwänden bleibt die wirkliche Masse im Digitalen und somit im hybriden Zwischenraum, was ihr ermöglicht zwischen Transparenz, Durchlässigkeit und Mehrdeutigkeit zu changieren, als auch immer wieder neu zu behaupten hier Masse, da Kommentar, dort Macht sein zu können.

Textlich widmen wir uns Elfriede Jelineks Am Königsweg. Ihre verschränkte Schreibweise findet sich im Winden bewegter Körper wieder, gleichzeitig lässt der Text immer wieder offen, auf welcher Seite man steht, wer nach oben, wer nach unten schaut, wer die Macht hat und wer im Vorhof der Macht agitiert.


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