Das Eigene/ HEIMAT_Teaser

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Heimat ist immer auch ein persönliches Thema. In fast jedem Gespräch mit einer neuen Bekanntschaft fällt irgendwann der Satz: „...und wo kommst du her?“ Wir hinterfragen in unserer Produktion identitätsstiftende Strukturen und suchen nach einer Antwort auf die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet.
In kurzen Portraits wollen wir die Tänzerinnen des Projekts vorstellen. Hierzu stellen wir ihnen Fragen zum Thema Heimat, konfrontieren sie mit familiären No-Gos und wagen kurze Gedankenexperimente. Um so eine knappe, private Skizze zu zeichnen, wie Heimat auch losgelöst von einem spezifischen Ort, erlebt werden kann.

Anna Fingerhuth

Anna
Das ist Anna. Sie ist in ihrem Leben fünf Mal umgezogen. Zu Hause zieht sie sich am liebsten hinter die Gardine zurück. Wenn sie in eine neue Stadt kommt und dort auf hören oder sehen verzichten müsste, würde sie lieber nichts hören. Ich habe sie gefragt, wie frei sie sich zu Hause fühlt. Auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet sie das mit 5.


Cindy Hammer

Cindy
Stimmungskiller Nummer eins beim Familienessen ist die Spitze: „wo du dich immer rum treibst..“ Cindy kontert das mit einem zischenden „überall“, lächelt und lässt es gut sein. Zuletzt nach Hause gefahren ist sie zum Abendbrot und Schlafen. Wenn sie sich ein Körperteil ihres Körpers zum Wohnen aussuchen könnte, würde sie ihren Kopf wählen. Sie glaubt, da wäre es bestimmt ganz lustig.


Romy Schwarzer

Romy
Ich habe Romy gefragt, wie viele Geheimnisse sie vor ihrer Familie hat. Auf einer Skala von 1-10 bewertet sie das mit 6.
Ob sie sich zu Hause gebraucht fühlt? Sie habe eher das Gefühl, man arrangiere sich mit dem Ort an dem man gerade ist, auch mit den Leuten. Das Sich-gebraucht-fühlen ergibt sich dadurch, dass sie sich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr von einem Ort oder aus einem Umfeld wegdenken kann. Ihre Zugehörigkeit ist selbstverständlich. So entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit, die irgendwann ganz selbstverständlich im Raum steht.
Um sich zu Hause zu fühlen, braucht sie vor allem ihr Bett und auch unterwegs ein paar persönliche Gegenstände.
Romy mag sächsischen Sauerbraten.


Simone Detig

Simone
Auf einer Skala von 1-10, wie viel Bayern steckt in dir? Gemeine Frage: 6
In ihrer Kindheit hat sie am liebsten Milchschnitte gegessen, die ihre Eltern ihr mitgegeben haben. Wenn sie unterwegs ist, findet sie es eigentlich schön, auf bestimmte persönliche Dinge zu verzichten oder zu merken, was sie eigentlich nicht braucht. Etwas zu Schreiben hat sie aber trotzdem immer gerne dabei. Sie setzt sich gerne damit auseinander irgendwo fremd zu sein. Dann ändert sie auch ihre Gewohnheiten und passt sich ihrem Umfeld an.
Simone hat keinen Dackel.


Jule Oeft

Jule
Wohin würdest du gehen, wenn von heute auf morgen deine Heimat verschwinden würde?
Also, wenn ich mich für ein Land entscheiden müsste, wäre es aktuell Kolumbien. Ansonsten würde ich erstmal an die Ostsee fahren.
„Gast-Sein ist gut. Heimkommen ist besser“ findest du das auch?
Ich werde ganz schnell heimelig, wenn ich irgendwo zu Gast bin.
Wenn du die Wahl hättest: Entweder für immer unterwegs sein und keine Basis mehr zu haben oder nur noch zu Hause zu sein - wie würdest du dich entscheiden?
Wenn ich mich jetzt so extrem entscheiden muss, würde ich sagen, dass ich lieber für immer unterwegs wäre. Alles andere wäre zu festgefahren.



Teaser: Benjamin Schindler
Foto am Tisch: Lutz Michen
Fotos: Jana Zimmermann/ the guts company