Wir präsentieren das Team unserer frischsten Produktion: ALLER ANFANG - Tanztheater für die Allerkleinsten

Und beginnen mit unserer Choreografin:

Célestine Hennermann

Célestine Célestine2

1) Was in deinem Leben fiel dir besonders schwer zu erlernen und was besonders leicht?

In der Schule fiel mir nichts schwer. Ich mochte Integralrechnung ebenso wie Faust-Interpretationen und französische Grammatik.
Das erleichterte aber überhaupt nicht eine Berufs-Wahl, zu viele Kompetenzen, zu viele Interessen, aber was genau will das Herz?
Ein Jura-Studium, Germanistik, Mathe-Lehramt, Clowns-Schule oder doch Theaterwissenschaften?
Dass es dann doch das Theater wurde, ist einem Besuch am Arbeitsamt in der Oberstufe zu verdanken, da erfuhr ich das erste Mal von dem Beruf des Dramaturgen.
Und dabei bleib ich bis heute.
Das fällt mir besonders schwer: Entscheidungen treffen, Geduld haben, die richtigen Leute ansprechen und von seinem Vorhaben überzeugen.
Aber das kann man, glaube ich, nicht erlernen.

2) Ist es eher ein Mensch oder eine Situation, die dich Dinge leichter lernen lässt?

Ich glaube, das beides zusammenspielt:
Eine Situation, eine Bedingung erleichtert das Lernen, allerdings muss diese Situation positiv besetzt sein:
Ich bin freiwillig da, ich habe mir das ausgesucht, ich bin ganz da, meine Stimmung ist gut.
Eine gute LehrerIn verstärkt das Lernen und den positiven Effekt.
Wer erinnert sich nicht gerne an gute LehrerInnen?

3) Warum machst du Stücke für Kinder / arbeitest in Produktionen für Kinder?

Vor 9 Jahren war ich das erste Mal schwanger. Zuvor arbeitete ich intensiv an meiner Karriere als Tanz-Dramaturgin im bundesweiten Kontext.
Der Intendant des tanzhaus nrw sprach mich damals an, ob ich nicht als zukünftige Mutter eine Tanzproduktion für Kleinkinder machen wolle.
Was als Abenteuer begann, ist eine Reise die mich immer wieder zu neuen Orten, Begegnungen und Möglichkeiten führt.
Mein Blick auf die Tanz-Kunst hat sich radikal verändert. Durch meine eigene Kinder und durch die unberechenbaren Reaktionen meines Publikums lerne ich täglich neu, was für eine wichtige Aufgabe wir haben, diese Kinder als Publikum ernst zu nehmen und sie herauszufordern.
Es ist ein großes Geschenk, für das ich sehr dankbar bin.

Foto: Daniel Blattmann


Ilana Reynolds - unsere Dramaturgin:

Ilana Ilana2

1) Was in deinem Leben fiel dir besonders schwer zu erlernen und was besonders leicht?

Ehrlich gesagt kann ich mich an nichts Spezielles erinnern, das mir wirklich schwer fiel zu lernen. Ich hatte Schwierigkeiten, b's von d's zu unterscheiden. Ich erinnere mich, dass meine Mutter besorgt war, dass ich eine Lernschwäche hatte, als ich ungefähr sechs war. Mein Lehrer in der sechsten Klasse hatte ausgedrückt, dass ich ein "langsamer Lerner" war. Ich bin mir nicht sicher, was das bedeutete, aber dieser Kommentar und die Sorge meiner Mutter ließen mich denken, dass ich nicht schlau war. Etwas, das mir leicht fiel, war verschiedene Sprachen zu lernen. Meine Mutter sprach mit mir auf Französisch, seit ich sehr jung war und ich glaube, das gab mir die Fähigkeit, andere Sprachen einfacher zu lernen. Durch meine Reisen habe ich Spanisch und Portugiesisch gelernt und ich bin jetzt dabei, Deutsch zu lernen.

2) Kannst du dich an einen Moment erinnern, an dem du besonders stolz auf das Neuerlernte warst - was war es?

Ich habe eine sehr genaue Erinnerung daran, als ich gelernt habe, wie man mit dem Fahrrad fährt. Ich war auch sechs Jahre alt und im Park mit meiner Mutter. Um mir zu helfen, nicht zu fallen, hielt sie den Rücken meines Fahrradsitzes. Ich fing an zu treten und ich dachte, sie wäre immer noch hinter mir, aber sie hatte losgelassen und ich fuhr ganz alleine. Darauf war ich sehr stolz.

3) warum machst du Stücke für Kinder/ arbeitest in Produktionen für Kinder?

Ich arbeite an Stücken für Kinder, weil ich denke, Theater-Vorstellungen sind ein wichtiger Weg, um Phantasie und Kreativität bei Kindern zu stimulieren. Vor allem in einem Alter, in dem sie viel durch Phantasie und Kreativität lernen, glaube ich, dass Theater-Vorstellungen eine andere Möglichkeit geben, abstraktes Denken, Bedeutungen und Beziehungen zu Menschen, Dingen und Orten zu lesen, zu verstehen und zu entwickeln.


Unser Musiker:

Gregor Praml

Gregor

1) Kannst du dich an einen Moment erinnern, an dem du besonders stolz auf das Neuerlernte warst - was war es?

Ich bin als Musiker immer wieder damit beschäftigt, etwas neues zu lernen. Ich kenne daher viele Momente, in denen sich mir an meinem Instrument - vor allem am Kontrabass - etwas neues gelingt oder sich plötzlich ganz neu erschließt. Im Grunde ist jede Komposition, die ich schreibe, wenn sie dann fertig zu hören ist, so ein Moment. Ich höre dann selbst zu und denke bisweilen: "Das hast Du selbst geschrieben?" und freue mich über das Ergebnis!

2) Beschreibe die letzte Situation, in der du im gewohnten Umfeld ganz neu gefordert wurdest!

Jedes Mal, wenn ich mit mir neuen/unbekannten Menschen zusammenarbeite, dann werde ich - trotz meiner Erfahrung - neu gefordert. So auch in der Zusammenarbeit mit Josefine und Johanna von the guts company. Wir mussten uns bei der Arbeit gegenseitig kennen lernen. Das schöne war, dass wir es über das Machen tun konnten. Wir haben uns zusammen mit der Choreografin Célestine einfach in die Arbeit gestürzt und dabei nach und nach gelernt, die Wünsche und Vorstellungen der anderen zu begreifen. Das Ergebnis kann sich meines Erachtens sehen lassen.

3) Warum machst du Stücke für Kinder / arbeitest in Produktionen für Kinder?

Ich habe selbst zwei Kinder. Seit der Geburt meiner Tochter vor 12 Jahren, hat sich mein Leben verändert. Ich habe eine Verantwortung für einen kleinen Menschen übernommen und das hat sich auch auf mein musikalisches Arbeiten ausgewirkt. Als meine Tochter 4 war, habe ich eine erste Kinderlieder-CD (Zuckerschnecksche, Prinzje & Co) produziert, die großen Erfolg hatte - Deutsche Kinderlieder in neuen Bearbeitungen von Musikern und Bands aus Frankfurt. Parallel habe ich mehr und mehr mit dem Kinder- und Jugendtheater zu tun bekommen und produziere inzwischen viel in diesem künstlerischen Bereich. Die Kinder sind ein strenges Publikum, die mir als Musiker/Komponist sehr unmittelbar zurückmelden, wenn ihnen etwas gefällt, aber auch, wenn es sie langweilt oder sie nicht interessiert. Ich versuche sie immer ernst zu nehmen und ihnen eine Musik zu liefern, die ebenso niveauvoll ist, wie ich sie für ein erwachsenes Publikum schreiben würde.

Foto: Claudia Kohl


"Sounds of Silence" übernahmen die Bühne und Kostüme.
Hier:

Petra Eichler

Petra SoS

1) Beschreibe die letzte Situation, in der du im gewohnten Umfeld ganz neu gefordert wurdest!

Als ich vor ca. 2 Jahren mit meinem Neffen(8) und meiner Nichte(9) einen ganzen Tag allein unterwegs war und ich gemerkt habe, wie schnell ALLES auf den Kopf gestellt werden kann und wie schnell mir auf einmal die guten Argumente fehlten.

2) Was in deinem Leben fiel dir besonders schwer zu erlernen und was besonders leicht?

Schwer: Mich in fremden Gruppen zu orientieren, meinen Platz zu finden. Leicht: In kreativ/ästhetischen Themen eine klare Position einzunehmen.

3) Warum machst du Stücke für Kinder / arbeitest in Produktionen für Kinder?

Weil es spannend ist die Perspektive zu wechseln und Kinder gleichzeitig so »angenehm« unberechenbar/authentisch sind.


Susanne Kessler

Susanne SoS2

1) Ist es eher ein Mensch oder eine Situation, die dich Dinge leichter lernen lassen?

Man kann von allem lernen, Menschen, Situationen, Bücher, die Natur, das Wetter, Tiere, alles... entscheidend ist nur, dass die Erkenntnis bei Dir ankommt, und am besten nicht nur im Kopf, sondern auch emotional.

2) Kannst du dich an einen Moment erinnern, an dem du besonders stolz auf das Neuerlernte warst - was war es?

Leider kann ich mich an die elementaren Momente aus der Kindheit nicht erinnern, wie es zum Beispiel war zum ersten Mal selbst zu laufen, verstanden zu werden mit dem was man sagt, die Schuhe selbst zu zu binden oder so. Als erwachsener Mensch kann ich mir emotional den stolzen Moment abrufen, an dem ich meine letzte Universitätsprüfung hinter mir hatte und mir mein Professor nach dem Gespräch in den Mantel half - da war ich sehr sehr stolz und dachte, jetzt habe ich es geschafft.

3) warum machst du Stücke für Kinder/ arbeitest in Produktionen für Kinder?

Die Arbeit für Kinder kann intuitiver sein, da sie rein erlebt und nicht intellektuell hinterfragt wird - gleichzeitig ist kein Publikum so direkt wie sie, die gnadenlos positiv wie negativ reagieren auf das, was ihnen geboten wird.